ICIPS bedeutet “Innovation and Coevolution In Plant Sexual reproduction“

Pflanzen stellen den größten Biomasseanteil und sind als Nahrungsquelle für Tiere und Menschen unabdingbar. Menschliche Nahrung besteht zum größten Teil aus Getreide, Nüssen, Früchten und Gemüse, oft auch indirekt über den Umweg tierischer Produkte, und all diese Pflanzenteile, die wir oder unsere Nutztiere essen, sind direkte oder indirekte Produkte der pflanzlichen Fortpflanzung. Allerdings mutet die Art und Weise wie sich Pflanzen fortpflanzen, aus unserer (tierischen) Perspektive sehr fremd an.
Die ICIPS Forschergruppe interessiert sich für den molekularen Ursprung der pflanzlichen Fortpflanzung. Wir untersuchen Netzwerke regulatorischer Gene und Signalmoleküle mit folgenden Fragestellungen:
- Wie entstanden Samen?
- Wie entstand das Fruchtblatt (Karpell), aus dem die Früchte hervorgehen?
- Wie haben Pollenkörner während der Evolution gelernt, mittels Pollenschläuchen durch das Fruchtblatt zu wachsen, um eine Eizelle zu befruchten?
- Wie ist die komplexe Kommunikation zwischen dem pflanzlichen Embryo und dem umgebenden Nährgewebe entstanden?
- Seit wann und wie spielen reaktive Sauerstoffspezies (z.B. H2O2) eine Rolle in der pflanzlichen Fortpflanzung? Und wie kommunizieren diese Signalmoleküle mit dem Zellkern?
Wir arbeiten mit molekulargenetisch mit Landpflanzen, deren letzter gemeinsamer Vorfahre vor ca. 500 Millionen Jahre gelebt hat:
- dem Laubmoos Physcomitrella patens
- dem Lebermoos Marchantia polymorpha
- dem Farn Ceratopteris richardii (C-fern)
- Mais
- Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana)
Die Forschungsgruppe wird am Institut für Botanik, AG Entwicklungsbiologie der Pflanzen von Prof. Dr. Annette Becker koordiniert.
Bei Fragen zu ICIPS wenden Sie sich bitte an annette.becker@bot1.bio.uni-giessen.de


